Organische und anorganische Chemie

Die Chemie kann in verschiedene Klassen eingeteilt werden. Die bekanntesten sind sind dabei die organische Chemie und die anorganische Chemie. Doch worin liegen eigentlich die wesentlichen Unterschiede zwischen diesen beiden unterschiedlichen Fachbrereichen? In diesem Artikel sollen die wichtigsten unterschiede zwischen der organischen und anorganischen Chemie erläutert werden.

Organische Chemie – Chemie der Kohlenstoffverbindungen

Die organische Chemie, die häufig auch als Organik oder kurz „OC“ bezeichnet wird, ist ein umfangreiches Teilgebiet der Chemie, das sich mit den zahlreichen Verbindungen des Elements Kohlenstoff beschäftigt. Ausnahmen bilden elementarer Kohlenstoff und einige Kohlenstoffverbindungen mit abweichenden Eigenschaften. Diese Verbindungen, darunter Kohlenstoffoxide, Kohlensäure und deren Salze, sowie Ruß und Carbide werden der anorganischen Chemie zugerechnet.

Durch die besondere Bindungsfähigkeit des Kohlenstoffatoms gibt es eine große Vielfalt organischer Verbindungen. Da Kohlenstoffatome unpolare Bindungen mit bis zu vier weiteren Kohlenstoffatomen eingehen können, bilden sie sowohl lineare als auch stark verzweigte Ketten. Dadurch sind in der organischen Chemie sehr große Moleküle möglich. Die häufigsten Elemente mit Ausnahme von Kohlenstoff in organischen Molekülen sind Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff sowie verschiedene Halogene.

Organische Verbindungen haben in der Regel niedrige Schmelz- und Siedepunkte und brennen unter Rußbildung. Erst durch sie ist Leben auf der Erde möglich, alle Lebewesen sind größtenteils aus organischen Molekülen aufgebaut. Aber auch für die Industrie ist die organische Chemie von großer Bedeutung. Fossile Brennstoffe, Kunststoffe, Farben und Klebstoffe basieren auf organischen Molekülen.

Anorganische Chemie – Chemie der kohlenstofffreien Verbindungen

Die anorganische Chemie, auch Anorganik oder AC genannt, ist das zweite große Teilgebiet er Chemie. Mit Ausnahme von elementarem Kohlenstoff und einigen Kohlenstoffverbindungen befasst sich die anorganische Chemie mit dem Aufbau und den Eigenschaften der kohlenstofffreien Verbindungen. Ein Grenzgebiet zwischen organischer und anorganischer Chemie sind die Organometallverbindungen, bei diesen ist eine organische Verbindung an ein Metallatom gebunden.

Anorganische Stoffe sind beispielsweise Metalle, Halbmetalle, Legierungen und Salze sowie Komplexe und Cluster. Im Gegensatz zu organischen Molekülen sind anorganische Moleküle eher klein und bestehen in der Regel aus nur wenigen Atomen. Eine Ausnahme hierzu stellen die Verbindungen des Halbmetalls Silicium dar. In der anorganischen Chemie kommen viele bedeutsame Gleichgewichtsreaktionen wie die Reduktions-Oxidations-Reaktion, kurz Redoxreaktion, oder die Säure-Basen-Reaktion vor.

Anorganische Verbindungen haben vielfach einen hohen wirtschaftlichen Nutzen. Die Herstellung von Metalllegierungen, Keramiken, Zement oder Kalk hat bereits eine lange Tradition. Siliciumverbindungen dagegen haben erst in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Sie sind die Grundlage vieler Anwendungen der modernen Halbleiterindustrie, wie Solarzellen oder mikromechanische Systeme.

Alle redaktionellen Inhalte auf Chemkrist.de sind urheberrechtlich geschützt. Ein Nutzung ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt.