Chemtrails in Deutschland: Aktuell fehlen Beweise

Der Begriff “Chemtrails” setzt sich aus den beiden Wörtern “Chemie” bzw. “Chemikalien” und “Contrails” zusammen, was umgangssprachlich soviel wie Chemiestreifen oder Chemikalienstreifen bedeutet. Als Chemtrail werden, wenn man einigen Verschwörungstheorien glauben mag, auch Kondensstreifen bezeichnet, die neben den sichtbar kondensierten Abgasen eines Flugzeugs noch weitere chemische Substanzen enthalten sollen. Diese sollen absichtlich den Abgasen als Zusatz beigefügt werden. Im Gegensatz zu den normalen Kondensstreifen am Himmel sollen diese Chemietrails viel langlebiger und großflächiger sein. Doch was steckt dahin?

Chemietrails und Geoengineering in Deutschland?

Die Verbreitung dieser Chemietrails soll unter anderem zu Militärzwecken, zur Reduzierung der Bevölkerung oder dem Geoengineering bzw. Klimawandel dienen. Die Aussage über eine Existenz dieser Chemietrails wurde erstmals Mitte der neunziger Jahre gemacht. Da es jedoch bis heute weder von Wissenschaftlern, Meteorologen noch Umweltschutzbehörden irgendwelche wissenschaftliche Beweise für Chemtrails gibt, die zu veränderten oder sonderbaren Kondensstreifen führen, glauben viele, dass es sich bei diesem Phänomen um eine Fiktion handelt. Es gibt jedoch auch Menschen, die glauben, dass hinter den Chemtrails mehr bzw. eine Verschwörung steckt.

Absichtlicher Klimawandel – Realität oder Fiktion?

Wer sich für Natur, Klima und Umwelt interessiert, und sich auch mit dem Thema Chemtrails aktuell und Chemtrails Deutschland auseinandersetzt, der wird gerade im World Wide Web eine Vielzahl von Berichten finden. Während viele, darunter auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace, das Thema Chemtrails für eine reine Fiktion und Panikmache hält, ist den Befürwortern die Sache doch sehr ernst.

Ein Video vom Meteorologen Jörg Kachelmann erklärt die Thematik:

Die wohl spannenste Variante über Chemtrails beschreibt wie überall auf der Erde Sprühflugzeuge im geheimen Auftrag der Regierung Chemikalien auf Barium- und Aluminiumbasis versprühen sollen, um so Einfluss auf das Wetter und den Gesundheitszustand der Menschen zu nehmen und es willensunfänig zu machen. Darüber hinaus soll es sogar mit der noch recht unerforschten Hautkrankheit Morgelloris schon die ersten Auswirkungen dieser Chemtrails geben. Auch von außerirdischen Ufos ist hin und wieder die Rede.

Da dieses Projekt der Regierungen allerdings streng geheim ist, wird natürlich auch eine absolute Pressesperre verhängt, um so mögliche Aktivitäten gegen Chemtrails zu unterbinden. Klingt verwirrend. Richtig ist allerdings auch, dass es laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forschungansätze zum Thema Klimaschutz in Richtung Climate Engineering gibt. Zudem gibt es eine aktuelle Studie vom National Center for Atmospheric Research (NCAR), dass Geoengineering möglicherweise unbeabsichtigte Konsequenzen wie z.B. weniger Niederschlägen und damit Dürren haben könnte. Komplett abtun sollte man das Thema also auch nicht.

Spannender als Tatort: Kondensstreifen oder Chemiewaffe?

Aber wie genau ist diese Geschichte, die sich wie ein Fall aus Akte X liest, überhaupt entstanden? Diese Verschwörungstheorie beruht auf dem amerikanischen Welsbach Patent (PDF). In diesem Papier aus den neunziger Jahren geht es um ein Verfahren, dass mit Hilfe von freigesetzten Metallpartikeln dazu in der Lage ist, die globale Erwärmung zu dämpfen. Seitdem ranken sich gerade bei Umweltkatastrophen und Kriegen die Gerüchte, dass hier die so genannten Chemtrails die Auslöser sein könnten. Seitdem im Jahre 2005 erstmals auch in der deutschen Zeitschrift Der Spiegel über dieses Phänomen berichtet wurde, hat die Verschwörungstheorie auch in Deutschland viele Anhänger. Zahlreiche Fotos, Videos, Dokumentationen und Zeichnungen aus dem Internet geben der Verschwörungstheorie immer wieder neue Nahrung.

Wissenschaftlich gesehen wird das erhöhte Aufkommen der häufig beobachteten Kondensstreifen darauf zurückgeführt, dass es sich dabei nur um ein Wetterphänomen handelt, welches vor allem bei erhöhtem Flugverkehr sichtbar wird. Die Streifen am Himmel werden dann durch die Aerosole der Flieger verursacht. Selbst Emissionen, die Erderwärmung, vermehrte Wolkenbildung oder Treibhausgase können dafür verantwortlich sein, dass manche Kondensstreifen länger in der Luft bleiben und zuweilen merkwürdig aussehen. Man braucht sich aktuell also keine Gedanken über “Chemiewaffen” aus der Luft zu machen, denn bisher liegen keine wissenschaftlichen Chemtrail Beweise vor. Vielmehr geht es um den Klimaschutz, auch wenn es hier erste kritische Stimme gibt (siehe aktuelle NCAR Studie). Das Thema Klimaschutz sollte man aber dennoch stets im Hinterkopf behalten, denn hierzu kann aktuell wirklich jeder beitragen.

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